Das Schulfußballzentrum (SFZ) der CBS

Entwicklung

  • Zielsetzung des Projekts
  • Konzeption des Projekts
  • Sichtung der Talente
  • Voraussetzungen für die Teilnahme
  • Tagesablauf / Trainingsbetrieb
  • Bedingungen
  • Der Projektleiter
  • Sponsoring

Bereits 1997 haben das Hessische Kultusministerium, der Hessische Fußball-Verband und der Deutsche Fußball-Bund besondere Maßnahmen zur Förderung des Fußballsports an hessischen Schulen in Ergänzung des Pflicht-, Wahlpflicht- und Wahlunterrichts beschlossen. Somit wurden im Rahmen des Landesprogramms „Talentsuche – Talentförderung“ mittlerweile zehn Schulfußballzentren in Hessen eingerichtet. Bei diesen Schulfußballzentren handelt es sich um reine Talentfördergruppen (TFG). Im Zuge dieser beispielhaften Kooperation der o. g. Partner wurde im Schulamtsbezirk des Schwalm-Eder-Kreises und des Landkreises Waldeck-Frankenberg das Schulfußballzentrum der Carl-Bantzer-Schule in Schwalmstadt-Ziegenhain eingerichtet. Weitere Zentren befinden sich in Kassel, Fulda, Gernsheim, Darmstadt, Gießen, Biedenkopf, Taunusstein, Rüsselsheim und in der Landeshauptstadt Wiesbaden. Mitinitiator dieses landesweiten Projekts war der damalige Bundestrainer Berti Vogts, der schon Anfang 1997 betonte, dass trotz des gewonnenen Europameisterschaftstitels 1996 das Niveau des deutschen Fußballs auf allen Leistungsebenen enorm gesunken sei.
Im März 1998 fiel dann der offizielle Startschuss für das Schulfußballzentrum an der Carl-Bantzer-Schule in Schwalmstadt-Ziegenhain. Auch Schirmherr Dietrich Weise, ehemaliger Trainer von Eintracht Frankfurt und jetzt in den Diensten des DFB, war am Eröffnungstag des SFZ anwesend und dankte der Carl-Bantzer-Schule für ihr Engagement. Außerdem sprach Dietrich Weise von „idealen Bedingungen“, die man bzgl. des SFZ an der Carl-Bantzer-Schule vorfinde. Ursprünglich war das Projekt nur über fünf Jahre angelegt und sollte im Juni 2002 enden. Doch noch vor Schuljahresbeginn 2001/02 wurde das Projekt seitens des Kultusministeriums entfristet. Diese Tatsache beweist, dass das Projekt in der Vergangenheit sehr erfolgreich funktionierte und es auch in dieser Form in Zukunft fortgeführt werden soll. Besonders im Hinblick auf die kommende Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land, war die Motivation bei allen am Projekt Beteiligten sehr hoch.
Bis zum Schuljahr 2003/04 wurden ausschließlich Jungen im Projekt fußballspezifisch gefördert. Da man jedoch erkannte, dass gerade im südlichen Schwalm-Eder-Kreis eine relativ große Anzahl talentierter Mädchen Fußball spielen, wurde ab dem o. g. Schuljahr eine weitere Talentfördergruppe für Mädchen installiert.
Bis zum heutigen Zeitpunkt haben ca. 210 Schülerinnen und Schüler das Schulfußballzentrum der Carl-Bantzer-Schule in Schwalmstadt-Ziegenhain regelmäßig besucht.

Zielsetzung des Projekts

Die primäre Zielsetzung liegt in der Talentsichtung und - förderung von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 5 und 6 im Altkreis Ziegenhain. Ein Trainingstag wird außerdem den talentierten Schülern der Jahrgangsstufen 7 und 8 gewidmet. Dabei soll den talentierten Kindern und Jugendlichen eine qualifizierte sportartspezifische Ausbildung vermittelt werden, wobei besonders die Vermittlung technischer und taktischer Elemente des Fußballsports im Vordergrund steht. Weiterhin sollen durch das Projekt soziale Schlüsselqualifikationen wie Verantwortungsbewusstsein, Leistungsbereitschaft, Selbstdisziplin, Toleranz und richtiger Umgang mit Konkurrenzdruck vermittelt werden. „Entweder eine gute schulische Ausbildung oder Leistungssport“ hieß es früher für besonders sporttalentierte Kinder. Die am Projekt beteiligten Kooperationspartner haben sich jedoch zum Ziel gesetzt, Schule und Sportkarriere unter einen Hut zu bringen. Aus diesem Grund wird im Projekt „Schulfußballzentrum“ die sportpraktische Trainingsarbeit in den Schulalltag eingebettet, so dass bei der erheblichen Doppelbelastung von Schule und Leistungssport keiner der Bereiche zu kurz kommt.

Konzeption des Projekts

Der Projektleiter versucht, die talentiertesten Schülerinnen und Schüler aller Mittelstufenschulen zu sichten und im Projekt zu integrieren. Es werden somit Talente aus unserer Region in der Leistungsspitze und nicht in der Breite gefördert. Parallel zum Vereinstraining sollen den geförderten Kindern und Jugendlichen im Schulfußballzentrum weitere sportartspezifische Übungsfelder eröffnet werden. Das Projekt sieht sich ausschließlich als Ergänzung zum Vereinstraining und nicht als dessen Konkurrenz, wie des öfteren von Vereinsseite angenommen wurde. Auch besitzt das Schulfußballzentrum keinen kommerziellen Hintergrund wie so viele private Fußballschulen. Ein wichtiges Indiz dafür ist, dass für die Eltern der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler keine Lehrgangsgebühren oder Beiträge anfallen.
Im Schulfußballzentrum wird in drei Gruppen trainiert. Eine Gruppe wird aus Schülern der Jahrgangsstufe 5 + 6 gebildet. Diese trainiert zweimal pro Woche. Eine weitere Gruppe besteht aus Schülern der Klassen 7 + 8. Die Mädchengruppe setzt sich aus Schülerinnen der Jahrgangsstufen 5, 6 und 7 zusammen. Die beiden letztgenannten Gruppen trainieren neben ihrem Vereinstraining einmal im Schulprojekt. Die Gruppenstärke liegt jeweils zwischen 14 und 18 Teilnehmern.
Die Vorgabe, das Fördertraining in den Schulalltag einzubetten, bedingt die Einnahme eines gemeinsamen Mittagessens sowie eine Hausaufgabenbetreuung. Beides sind wesentliche Bestandteile des Projekts. Das Mittagessen wird in der schuleigenen Kantine eingenommen und die Hausaufgabenbetreuung vom Projektleiter (Lehrer-Trainer) durchgeführt. Außerdem werden neben der normalen Projektarbeit auch andere Unternehmungen durchgeführt wie z.B. der Besuch des DFB-Hallenmasters, Fahrten zu Bundesligaspielen oder auch zu Spielen der Nationalmannschaft bzw. der Jugendnationalmannschaften. Karten für viele dieser Veranstaltungen bekommt das Schulfußballzentrum vom Deutschen-Fußball-Bund kostenfrei. Auch finden seit dem letzten Schuljahr Vergleichswettkämpfe der zehn hessischen Schulfußballzentren statt, wie z.B. in der „Laola-Fußballhalle“ in Kassel. An der Organisation und Durchführung dieser Veranstaltung war das SFZ der Carl-Bantzer-Schule maßgeblich beteiligt. Vor den Sommerferien 2005 fand ein weiteres Vergleichsturnier in der Sportschule des Hessischen Fußball-Verbandes in Grünberg statt.
Ein weiteres sportliches Highlight eines jeden hessischen Schulfußballzentrums ist die jährliche Durchführung des DFB-Talentwettbewerbs. An diesem Wettbewerb können Schulmannschaften der Schulen aus dem jeweiligen Schulamtsbezirk teilnehmen. Der Wettbewerb setzt sich aus einem Vier-Gegen-Vier-Turnier sowie einem Technikparcours zusammen. Im Rahmen dieser Veranstaltung kann jede teilnehmende Spielerin und jeder teilnehmende Spieler das DFB-Fußballabzeichen in Bronze, Silber oder Gold ablegen, was immer wieder zu technischen Höchstleistungen anspornt. Das Schulfußballzentrum der Carl-Bantzer-Schule führt diesen Talentwettbewerb jährlich im „Stadion am Fünftenweg“ in Ziegenhain durch. Da er ausschließlich für talentierte Kinder vorgesehen ist, besticht er immer wieder durch viele herausragende Leistungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und bewegt sich somit auf einem sehr hohen Niveau. Der Deutsche Fußball-Bund unterstützt diese Veranstaltung wesentlich in organisatorischer (EDV) und finanzieller Hinsicht, so das Schülertransporte, Verpflegung und Materialien für die teilnehmenden Schulen kostenfrei sind.

Am Veranstaltungstag befinden sich neben dem Projektleiter des SFZ der Carl-Bantzer-Schule auch Verbandstrainer und Talentsichter des Hessischen Fußball-Verbandes und des Deutschen Fußball-Bundes vor Ort. So kann dieser Wettbewerb eine Plattform für außerordentliche Leistungen und somit ein „Sprungbrett“ vieler Schülerinnen und Schüler für die Aufnahme in die jeweiligen Auswahlkader (E- und D-Kader) der Verbände sein.

Sichtung der Talente

Die Sichtungskriterien bestehen aus einer Zusammenstellung von Anforderungen aus den Bereichen koordinative Fähigkeiten, fußballspezifische Techniken und allgemeiner Spielfähigkeit. In der Vergangenheit wurden zwei verschiedene Formen der Sichtung durchgeführt: die zentrale und die dezentrale Sichtung. Die zentrale Sichtung wurde vom Projektleiter sowie weiteren ausgebildeten Trainern und Pädagogen durchgeführt, wobei über 100 Kinder zu einem einmaligen Termin in das Schulfußballzentrum eingeladen wurden. Vorausgegangen ist eine Kontaktaufnahme mit Vereinsvertretern aus dem Einzugsgebiet, den Stützpunkttrainern des Verbandes sowie den Schulleitern bzw. Schulsportleitern der betreffenden Mittelstufenschulen, wodurch Informationen über potentielle Talente eingeholt wurden. Die letztendliche Selektion erfolgte dann am Sichtungstag.Bei der dezentralen Sichtung besucht der Projektleiter die entsprechenden Schulen und sichtet

vor Ort im Sportunterricht und/oder informiert sich bei den jeweiligen Sportlehrern. Die betreffenden Schüler werden dann über die Eltern in das Schulfußballzentrum eingeladen und nehmen dann am normalen Trainingsbetrieb teil. In den Folgewochen entscheidet sich dann, ob der Schüler im Schulfußballzentrum bleiben kann oder es wieder verlassen muss.

Des weiteren besucht der Projektleiter noch Talentaufbaugruppen (TAG) der verschiedenen Grundschulen im Einzugsbereich und hat dadurch die Möglichkeit, Talente im Grundschulalter (vornehmlich 4. Schuljahr) zu entdecken. Auch schulsportliche Veranstaltungen wie „Jugend trainiert für Olympia“ / „Wettkampf Fußball“ sowie das jährlich in Neukirchen stattfindende „Fußballfest für Grundschulen“ bieten für viele fußballspielende Kinder immer wieder Plattformen, ihr besonderes fußballerisches Talent unter Beweis zu stellen. Außerdem bietet der bereits genante DFB-Talentwettbewerb eine weiteres wichtiges Sichtungsinstrument. Auf allen Veranstaltungen sichtet Projektleiter Jens Alter.

Voraussetzungen für die Teilnahme

Die erste wesentliche Voraussetzung, auf die bei der Sichtung geachtet wird, ist das besondere fußballspezifische Talent einer Schülerin bzw. eines Schülers. Desweiteren muß der talentierte Schüler sportgesund sein, was durch eine sportärztliche Untersuchung vereinsseitig abgeklärt wird. Die Teilnehmer dürfen keine gravierenden schulischen Mängel haben (Zeugnisüberprüfung) und müssen ein für Mannschaftssportarten angemessenes Sozialverhalten zeigen. All diese Faktoren machen letztlich das Talent aus (s. Anhang: Das sportliche Talent / Talentbegriff).
Nach erfolgter Aufnahme in die Talentfördergruppe ist die Teilnahme verbindlich, da nur über regelmäßige und systematische Trainingsarbeit eine gezielte Talententwicklung erreicht werden kann. Die Teilnahme am TFG-Training wird den Schülerinnen und Schülern im Zeugnis bescheinigt. Fehlzeiten müssen von den Eltern entschuldigt werden.

Tagesablauf / Trainingsbetrieb

Das komplette Tagesprogramm (Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, Fördertraining) findet jeweils am Dienstag bis Freitag in der Zeit von 13.00 Uhr bis 16.15 Uhr statt. Das Training für die Mädchen findet immer dienstags, das für die Jungen der Jahrgangsstufe 9 und 10 immer mittwochs statt. Die Jungen der Jahrgangsstufe 7 und 8 trainieren immer donnerstags, die der 5 und 6 Klassen freitags. An den o. g. Tagen treffen sich die Schülerinnen und Schüler um 13.00 Uhr in der Carl-Bantzer-Schule. Ab 13.00 wird das Mittagessen eingenommen. Zu einem Mittagessen gehören eine Hauptspeise, Nachtisch und Getränke in ausreichender Menge. Von 13.30 Uhr bis 14.30 Uhr werden die Hausaufgaben erledigt. Die Hausaufgabenbetreuung erfolgt durch den Projektleiter Jens Alter. Die Zusatzangebote (Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung) werden in den von der Schule bereitgestellten Räumlichkeiten (Speisesaal / Klassenräume) durchgeführt.

Uhrzeit                             Inhalte

13.00-13.30 Gemeinsames Mittagessen

13.30-14.30 Hausaufgaben (mit Betreuung

14.30-16.05 Praxisteil (Training)

16.15 Verlassen des Schulfußballzentrums

 

Ab 14.30 Uhr findet dann der Praxisteil statt, das eigentliche Fußballtraining. Dieses Training endet gegen 16.05, so dass die Schüler um 16.15 Uhr die Umkleidekabinen verlassen und von ihren Eltern abgeholt werden können.

Bedingungen
Die Anfahrtswege der Schüler zum Schulfußballzentrum bewegen sich zwischen einem und 15 Kilometern. In der Vergangenheit haben die Eltern mehrere Fahrgemeinschaften gebildet, so dass der logistische Aufwand für die Eltern stark reduziert wurde. Direkt am Schulgelände befinden sich ein Rasenplatz, ein Hartplatz sowie ein weitläufiges Areal mit weiteren Nutzungsmöglichkeiten. Ebenfalls steht für die komplette Trainingszeit die Sporthalle der Carl-Bantzer Schule als Ausweichmöglichkeit bei schlechtem Wetter (besonders in den Wintermonaten) zur Verfügung. Die örtlichen und materiellen Voraussetzungen sowie die Unterstützung des Projekts seitens der Schulleitung und des Kollegiums sind an der Carl- Bantzer-Schule als optimal zu bezeichnen.

Der Projektleiter
Projektleiter des Schulfußballzentrums ist Studienrat Jens Alter. Herr Alter ist Sport- und Diplom-Handelslehrer und ist seit April 2000 an der Carl-Bantzer Schule beschäftigt. Er besitzt die Trainer-Lizenz des Deutschen Fußball-Bundes und nimmt regelmäßig an Fortbildungs-maßnahmen des Hessischen-Fußball Verbandes sowie des Deutschen Fußball- Bundes teil. Als Jugendspieler spielte Alter in der Jugendspielgemeinschaft Eintracht Baunatal/Elgershausen.

Danach war er als Seniorenspieler für verschiedene nordhessische Vereine wie z. B. den KSV Baunatal, Eintracht Baunatal und Borken/Freudenthal in den höchsten hessischen Spielklassen aktiv. Während dieser aktiven Zeit absolvierte er ein Lehramtsstudium an der Universität Kassel und legte seine Lizenzprüfung in der Sportschule des Hessischen Fußball- Verbandes in Grünberg ab. Auch trainierte er bereits in dieser Zeit schon Jugendmannschaften des KSV Baunatal und konnte dabei viele Erfahrungen sammeln. Seit 1999 ist er als Spielertrainer bzw. Trainer im Seniorenbereich aktiv. Hier betreute er Mannschaften aus dem Sportkreis Schwalm-Eder sowie dem Sportkreis Wolfhagen in verschiedenen Spielklassen. Neben seiner Lehrertätigkeit an der Carl-Bantzer-Schule leitet er außerdem noch Talentaufbaugruppen an verschiedenen Grundschulen im Altkreis Ziegenhain.

 

Sponsoring
Teilnehmer und Projektleiter des Schulfußballzentrums der Carl-Bantzer-Schule bedanken sich recht herzlich für die Unterstützung bei der VOLKS- UND RAIFFEISENBANK NEUKIRCHEN, dem SPORT-UND MODEHAUS GUNDLACH in Treysa sowie den Firmen STEHLS KINDERLAND, STEHL+SOHN KG (The Bike Company) und der Unternehmung KONVEKTA (Thermosysteme). Diese Unternehmen beteiligten sich in der Vergangenheit am Kauf einheitlicher Trainingsbekleidung für die talentierten Kinder. Weiterhin gilt Herrn Bischoff von der Spedition HEIDELMANN in Schwalmstadt für seine großzügige Ballspende ein besonderer Dank. Weitere finanzielle Unterstützungen und Sachspenden regionaler Unternehmen sind sehr willkommen, um den Fortbestand des Schulfußballzentrums zu gewährleisten.