Bereits seit 15 Jahren veranstaltet die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) einen hessenweiten Wettbewerb, um die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu steigern. Joachim Becker, Direktor der LPR Hessen äußerte in seiner Ansprache ein weiteres wichtiges Ziel: „Mit dem MedienKompetenzPreis möchten wir weitere Einrichtungen, Vereine und Institutionen zur Nachahmung und Entwicklung medienpädagogischer Projekte anregen. Stets unter der Prämisse: Der Weg ist das Ziel!“

Eingereicht werden konnten medienpädagogische Projekte der unterschiedlichsten Arten, die im Kalenderjahr 2017 entstanden waren: Trick- und Animationsfilmen (z. B. Stop-Motion-Filme mit Lego-Figuren), Dokumentar- oder Spielfime, Musikvideos, Hörgeschichten oder Schülerwebsites.

Das Interesse am MediaSurfer 2017 war in diesem Jahr so hoch wie noch nie: Insgesamt 115 Projektgruppen konkurrierten um die Auszeichnung MediaSurfer 2017, die in vier Kategorien (abgestuft nach dem Alter der Schüler) verliehen wurde.

Auch die Klasse 9 bG hat sich in der Kategorie 3 (Alter bis 15 Jahren) mit zwei Beiträgen beworben und wurde für ihr Projekt nominiert. Insgesamt 35 Gruppe hatten in dieser Kategorie Beiträge eingereicht – nur sieben wurden nominiert und zur feierlichen Preisverleihung am 25.04.2018 ins Staatstheater Kassel eingeladen, welche nahezu vollständig mit Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrern gefüllt war. Große Anspannung war zu spüren, denn das LPR Hessen hatte insgesamt 14.000 € als Preisgelder für die besten Projekte zur Verfügung gestellt.

Die Schülerinnen und Schüler der 9 bG hatten im Januar 2017 (damals noch als 8 bG) im Deutsch-Unterricht Kurzgeschichten gelesen. Während der Projektwoche sollten einige dieser Geschichten mit Hilfe von schuleigenen Tablets verfilmt werden. Mit viel Engagement und Kreativität entstanden in den fünf Tagen zuerst so genannte Story-Boards, d.h. es wurde ein Ablaufplan entwickelt, in welcher Reihenfolge aus aus welchen Perspektiven heraus bestimme Szenen mit welchen Schauspielern aufgenommen werden sollten. Dann ging es um die Umsetzung: Wo ist die passende Location? Wer übernimmt welche Rolle? Wer steht hinter der Kamera? Wer kümmert sich um den Ton oder der Schnitt? So entstanden in nur fünf Tagen vier sehenswerte Kurzfilme, von denen drei als Projektbeitrag eingereicht wurden.

Obwohl die Klasse leider nicht unter den Erstplatzierten war, können sie doch von sich behaupten: „Wir waren dabei!“ Aus medienpädagogischer Sicht wurde viel gelernt – und: „Wir hatten jede Menge Spaß dabei!“, so eine Schülerin. Wenn solche Reaktionen von Schülern geäußert werden, dann wird klar, dass sich Projektarbeit mit den neuen Medien auf jeden Fall lohnt.

 

von: Heiner Schlußnus